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Ich kann laufen so wie Du und ich laufe auf Dich zu!

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210 Kilometer Fackellauf von Fürth nach München - Eternal Flame - Laufclub 21 für Special Olympics PDF  | Drucken |
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Der Laufclub 21 trug das Olympische Feuer über 210 Kilometer von Fürth in die Landeshauptstadt München.

Unter dem Projektnamen "Eternal Flame" war das Organisationsteam des Laufclub 21 fast ein ganzes Jahr mit den Planungen und Vorbereitungen beschäftigt. Wohl eine der größten Ehren..

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..die einem Sportler zu Teil werden kann.

Fackelläufer für das Olympische Feuer. Unter dem Projektnamen „Eternal Flame“ - Laufclub 21 für SpecialOlympics- startete im Mai 2012 ein Lauf, der für alle Beteiligten in vieler Hinsicht zu einem unvergesslichen Erlebnis werden sollte.

210 Kilometer von Fürth nach München. Tag und Nacht. Ohne Pause immer weiter, so lange die Füße tragen. 21 kräftezehrende , gefühlsbeladene aber auch wundervolle Etappen und „Just in Time“ kam das Feuer für die Eröffnungsfeier in der Olympiahalle in München an.

Der Laufclub 21 übernahm hierfür im Vorfeld, der vom 20.- 26. Mai 2012 stattfindenden Special Olympics München 2012 das Olympische Feuer.

Aber erst einmal mußte das Feuer nach Franken kommen. Bereits am 16.04.2012 war es in Berlin gestartet und am 18.05.2012 konnte es der Laufclub 21 am Nürnberger Flughafen in Empfang nehmen.

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Das „Follow me“  Airport Running Team zusammen mit Anita Kinle und Robert Wimmer, Laufclub 21
 

Zusammen mit dem Airport Running Team machte sich der Laufclub auf die erste 12 Kilometer lange Etappe zum Vereinssitz in Fürth. Natürlich laufender Weise.

Mit Polizeibegleitung, Radfahrern und dem Fürther Filmemacher Martin Goldmann. Dieser arbeitete bereits seit Herbst 2011 an einer Dokumentation über diese sportliche und logistische Ausnahmeleistung. Alle Vorbereitungen und Erkundungsfahrten wurden dabei festgehalten. Uraufführung ist übrigens im November 2012 in Fürth.

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Stadtgrenze Nürnberg-Fürth
 

Am 20.05.2012 startete die Fackel dann um 06.00 Uhr in Fürth, am Vereinssitz des Laufclub 21. Insgesamt 80 Läufer und Helfer waren an dem Fackellauf beteiligt. Die ersten paar Kilometer begleitete die hochmotivierten Staffelläufer Fürths Bürgermeister Markus Braun. Im Bild weiter unten mit Fackel und im Aufstiegstrikot.

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Große Erleichterung am Start in der Dämmerung, als endlich losgelaufen werden durfte.
 

Die Planungen für Logistik, Strecke und Versorgung für das Projekt „Eternal Flame“ liefen seit fast 12 Monaten. Da es keinen „Jakobsweg“ nach München gab, mußte erst eine sichere Route gefunden werden. Und so wurde die Stecke von dem Nürnberger Ehepaar Karin und Gerhard  Hierl, Laufclub 21 Mitglieder seit 2007, ausgekundschaftet.

Beide sind Extemradfahrer und haben schon etliche Alpenüberquerungen oder 24 Stundenfahrten hinter sich. Mehrere Ausfahrten auf der gesamten Strecke waren nötig. Die grobe Route wurde dann abgelaufen, jeder Meter zwischen Fürth und München mußte katalogisiert werden.

Letztlich wurde die Route noch mit den Behörden abgestimmt und dann konnte es am 20.05.2012 um 06.00 Uhr morgens endlich losgehen. Die Erleichterung und die Begeisterung knisterte in der Luft als sich die Mitglieder vom Laufclub 21 und ihre Helfer in Bewegung setzten. Vorher gab es einen Countdown von 1 – 21. Die 21 ist die Glückszahl des Laufclub 21 und rührt aus der klinischen Bezeichnung des Down-Syndromes, der Trisomie 21, her.

Die ersten vier Kilometer liefen alle 80 Beteiligten gemeinsam und dann kamen die Staffeln ins Spiel. Jeweils fünf bis neun Kilometer betrug ein Staffelabschnitt. Die Etappen teilen sich Sportler mit und ohne Behinderung. Jeweils drei Radbegleiter und fünf bis zehn Läufer waren ständig unterwegs auf einer der 21 Etappen. Mit fliegendem Wechsel wurden jeweils die nächsten Läufer eingesetzt

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Ein Reisebus, der sozusagen als Mutterschiff diente, steuerte dann die Wechselstellen an. Immer in der Nähe der Läufer waren mehrere Versorgungsfahrzeuge und der medizinische Dienst vom BRK Erlangen.

Gelaufen wurde Tag und Nacht, 36 Stunden ununterbrochen. Nicht nur eine physische Herausforderung sondern auch eine logistische. Mensch, Material, Getränke und Speisen, alles mußte für 80 Personen durchorganisiert sein. Das Vereinsmanagement war dabei gefordert.

Alleine vier Personen waren für die Kommunikation und Controlling verantwortlich.Während Sigi Lailach den leiblichen Nachschub organisierte, übernahm Peter Wirtz die Staffeleinsatzleitung. Thomas Kinle, Pressesprecher der vom Laufclub 21 eingerichteten Fürther Stiftung für Menschen mit Down-Syndrom, war für die Kommunikation verantwortlich. Den Behörden, Sicherheitskräften, Empfangskomitees und natürlich den Medienpartnern stand er als Laufclub 21 Vertreter und Pressesprecher zur Verfügung.

An der Strecke warteten Vertreter fränkischer und oberbayerischer Gemeinden und Einrichtungen. Über diese sogenannten Eventpunkte konnte dank der Gastfreundlichkeit der dortigen Vertreter auch die Versorgung aller Beteiligten geregelt werden

Die Städte Stein und Schwabach, der Auhof im Landkreis Hiltpoltstein, der DJK Titting, die Gemeinde Irgertsheim bei Ingolstadt, ganz besonders zu erwähnen ein Empfang mit Blaskapelle um 03.30 Uhr morgens in Hohenwart. Weitere Empfänge fanden im Franziskus Werk in Schönbrunn und an der Regattaanlage in Ampermoching statt.

Vereinschefin Anita Kinle hingegen weichte keine Minute von der Laufstrecke. Sie motivierte die Läufer und Helfer, überwachte die Einhaltung sämtlicher behördlicher Auflagen. Auf dem Gehsteig laufen, Warnwesten tragen, genug Trinken! Es hatte 30 Grad und es war sehr sonnig an beiden Lauftagen.

Besonders die Phase in der Nacht von Sonntag auf Montag zwischen 01.00 Uhr und 03.00 Uhr war für alle Beteiligten ernorm anstrengend. Gerade in dieser Zeit ist der Körper ganz besonders aufs Schlafen eingestellt und schüttet entsprechende Hormone aus. In der Nacht waren deswegen auch nur sehr erfahrene Ultramarathonläufer und Radfahrer eingeteilt. Unter anderen liefen auch die Trans Europa Lauf Finisher Robert Wimmer und Klaus „Keule“ Neumann mit.

Beide unterstützen den Laufclub 21 schon seit ein paar Jahren. Immerhin ging auch ein Teil der Strecke über Staatsstraßen auf denen dann mit Gegenverkehrzu rechnen war. Gegen 14.00 Uhr erreichte der Laufclub 21 dann am Montag, den 21.05.2012, das Olympiagelände und so ging es an die letzte Etappe. Abermals liefen alle Beiteiligten, Läufer wie Helfer auch die Sanitäter, einfach alle, gemeinsam die allerletzten vier Kilometer.

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Unter Polizeibegleitung erreichte der Tross dann das große durchsichtige Dach, das über dem Olympiagelände in München schwebt. Der Jubel, die Freude, die Erleichterung und der Stolz nahmen ihren Ausdruck in Klatschen, Rufen und in so mancher Träne.

Der Laufclub 21 hatte es zusammen mit seinen Helfern geschafft. 210 Kilometer, nonstop, das Feuer war in München angekommen.

Bundespräsident Joachim Gauck, ganz frisch im Amt, begrüßte die Fackelläufer noch vor der großen abendlichen Feier im Münchener Rathaus.
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Bundespräsident Joachim Gauck, Vereinschefin Anita Kinle, sichtlich gerührt und geschafft nach knapp 40 Stunden Wachzeit.
 

Krönender Abschluß aller Bemühungen war dann am Abend der unvergessliche Einzug der ganzen Gruppe mit über 80 Personen in die mit 11.000 Menschen besetzte Olympiahalle. Wie ein Lindwurm zog der Laufclub 21 durch die Reihen.

Die Bühne selber betrat Anita Kinle gemeinsam mit ihren Kindern Thomas und Cosima. Thomas hat das Down-Syndrom, Cosima nicht. Die Verbindung und der Grund warum der Laufclub 21 so stark ist.  Eine Verbindung von Menschen mit und ohne Behinderung, die gemeinsam etwas in Angriff nehmen und gemeinsam schaffen. Und jeder darf so viel beitragen wie er möchte oder kann.

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Günter Zahn, der bereits 1972 das Olympische Feuer in München entfacht hat, Anita Kinle, Thomas und Cosima Kinle, und im Hintergrund Albin Hofmayer, bayerischer Athletensprecher von Special Olypics, Albin ist ebenfalls Laufclub 21 Mitglied.
 

Der Laufclub 21 bedankt sich bei allen Helfern und Unterstützern, die zum erfolgreichen Gelingen des Fackellaufes beigetragen haben.

Insbesondere bei den Behörden und der Polizei. Beim BRK Erlangen, bei den Versorgungs- und Empfangsstationen entlang der Strecke und bei Carsten Schenk von Special Olympics.

Weitere Fotos finden Sie hier
Die Staffeleinteilung, Strecken und Einsatzpläne finden Sie hier
 
Allgemeine Information zum Laufclub 21:

Der Laufclub 21 fördert den Ausdauer-Laufsport für Menschen mit Down-Syndrom. In unserem inklusiv ausgerichteten Laufclub 21 sind bundesweit über 220 Sportler aktiv. Den Impuls für die Vereinsgründung gab 2007 der englische Sportler Simon Beresford, der als erster Mensch mit der genetischen Vielfalt des Down-Syndroms einen Marathon gelaufen war.

Der Laufclub 21 bietet regelmäßiges Training an vielen Standorten in Deutschland an. Mitmachen können jungen Menschen ab 16 Jahre."Ich kann laufen so wie Du und ich laufe auf Dich zu", ist der Leitspruch des Laufclubs 21. Alle Sportler des Vereins nehmen an ganz normalen öffentlichen Wettkämpfen teil. Mittendrin statt nur zusehen. Dadurch werden Berühungsängste abgebaut und es ist ein völlig unbefangenes Miteinander beim Sport möglich, mit der Perspektive dies auch auf andere Bereiche zuübertragen.

Ein Leben in der Mitte der Gesellschaft.

Zur Feier des Welt-Down-Syndrom-Tag (21.03. eines jeden Jahres) veranstaltet der Laufclub 21 einen Marathon mit 900 Teilnehmern aus ganz Europa, www.welt-down-syndrom-tagmarathon.de.

Weiterhin unterhält der Laufclub 21 eine Beratungsstelle und eine Stiftung,  www.down-syndrom-beratungsstelle.de und www.fuerther-stiftung-down-syndrom.de

Anita Kinle, Geschäftsführender Vorstand Laufclub 21, Eichenstrasse 61,  90768 Fürth, 0911 - 72 05 66 , 0175 - 160 64 71, www.kinleanita.de



 


 

 
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